Blutegel
Der medizinische Blutegel - Hirudo medicinalis - ist ein ca. 5-15 cm langes braunschwarzes wurmähnliches Tierchen. Er trägt auf der Rückseite sechs braunrote Längsstreifen, der Bauch ist meistens heller und gefleckt.

Blutegel
Hirudo medicinalis

Der Blutegel gehört zur Gruppe der Ringelwürmer und hat an beiden Enden eine Haftscheibe, die hintere Haftscheibe ist größer als die vordere. Blutegel tragen drei Kiefer im Schlund, die mit scharfen Zähnen versehen sind. Der Blutegel ernährt sich von Blut. Die Verdauung einer einzigen Mahlzeit kann bis zu 2 Jahren dauern. Er kann etwa 2 Jahre ohne Nahrung leben. Zu seiner Mahlzeit setzt sich der Blutegel auf die Haut, an der er sich mittels der Haftscheibe festhält. Mit dem Kiefer erzeugt der Blutegel eine Wunde in Form eines Mercedes Sterns. Jetzt saugt sich der Blutegel voll. Das sieht man an den über den ganzen Körper verlaufenden Wellenbewegungen. Nach ca. 15-30 Minuten fällt der Blutegel ab.

Blutegel
Hirudo medicinalis im Größenvergleich

Die Hauptwirkstoffe, die zu einem therapeutischen Effekt beitragen, sind Hirudin und Histamin. Sie werden von den Halsdrüsen des Egels beim Beißen freigesetzt.

Das Hirudin setzt die Thrombinwirkung aus. Die daraus resultierende Gerinnungshemmung trägt zur besseren Fließeigenschaft des Blutes bei.

Der andere Wirkstoff, das Histamin, übt einen unmittelbaren Einfluß auf den Stoffwechsel der Entzündungsmediatoren aus und greift somit bei jeder Entzündung an.

In den erkrankten Gebieten soll es durch die gerinnungshemmende Wirkung des Hirudin zur Herabsetzung der Viskosität des Blutes kommen. Es kann dann leichter und schneller fließen. Dadurch sollen die Staugebiete abgebaut und mit ihnen die Schlackenstoffe abgeleitet werden. Auf diese Weise wird das alte, zur Entzündung neigende Blut abtransportiert und macht frischem Blut platz, welches so den Regenerationsprozess fördert. Auch die Wirkung auf den Gesamtorganismus, die auf einer Umstimmung beruht, sollte man nicht unterschätzen.

In der Tiermedizin haben sich Blutegel besonders in bestimmten Bereichen bewährt. Bei Pferden und Hunden vor allem im Bereich des Bewegungsapparates.

Bei Pferden haben sich Blutegel bei allen akuten und subakuten traumatisch bedingten Gelenkerkrankungen besonders bewährt. Prozesse, die mit viel Schwellung, Wärme und Schmerz verlaufen und schwache Heiltendenzen zeigen, sprechen auf diese Art der Behandlung gut an.

Ebenso reagieren Tendinitis und Tendinosen, Arthrosen, chronische und akute schmerzhafte, meistens traumatisch bedingte Reaktionen der Knochenhaut, Satteldruck...